Wie reist man am günstigsten durch die Bundesrepublik? Wie lässt sich Geld einsparen, ohne auf den Reisegenuss verzichten zu müssen?

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In der Coro­na-Zeit waren Aus­flü­ge und Rei­sen ins Aus­land teil­wei­se mit vie­len Hür­den ver­bun­den. Daher ent­schie­den sich immer Men­schen für Rei­sen inner­halb Deutsch­lands. Der Trend wird ver­mut­lich noch län­ger anhal­ten, daher haben wir ein paar Tipps zusam­men­ge­stellt, wie sich eine Rei­se durch die Bun­des­re­pu­blik gut und güns­tig pla­nen lässt. 

Jeder Rei­sen­de möch­te sein Rei­se­bud­get im Über­blick haben. Eine Rei­se durch die Bun­des­re­pu­blik muss aber nicht unbe­dingt teu­er aus­fal­len. Doch wie reist man güns­tig durch Deutsch­land, ohne sich zu sehr ein­schrän­ken zu müssen? 

Zunächst muss die Rei­se gründ­lich und rich­tig geplant wer­den. Man soll­te im Vor­feld die Rou­te aus­ma­chen, die Rei­se­zeit gut wäh­len, und sich im Vor­feld über die Sehens­wür­dig­kei­ten der Regi­on infor­mie­ren. So kommt man tat­säch­lich in den Rei­se­ge­nuss. Hier kom­men ein paar Tipps, wie man auf der Rei­se durch Deutsch­land ordent­lich spa­ren kann. 

Fahrten zwischen den Städten

Man kann sei­ne Fahrt­kos­ten gering hal­ten, wenn man sich an eini­ge Regeln hält. Die güns­tigs­te Mög­lich­keit sich inner­halb Deutsch­lands zu bewe­gen, ist per Flix­Bus. Das Rei­se­un­ter­neh­men bie­tet unter ande­rem nächt­li­che Fahr­ten an, durch die man sich Über­nach­tun­gen in Hotels spa­ren kann. Man soll­te aller­dings gut auf das Rei­se­da­tum ach­ten, denn an den Wochen­en­den fah­ren weni­ger Bus­se als unter der Woche. 

Ein Ticket für die öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel ist eine wei­te­re Mög­lich­keit sein Geld auf der Rei­se zu spa­ren. Vie­le Städ­te bie­ten Fahr­ti­ckets mit einer Gül­tig­keit von einem oder zwei Tagen an. 

Zug als Alternative zum Bus

Eine Zug­rei­se kann in man­chen Fäl­len güns­ti­ger als eine Bus­rei­se aus­fal­len, wenn man sich mit den Tari­fen aus­kennt. Wenn die Rei­se inner­halb eines Bun­des­lan­des statt­fin­det, lohnt es sich ein Län­der­ti­cket zu kau­fen. Die­ses Ticket ist einen Tag lag gül­tig: von 9.00 bis 3.00 Uhr des fol­gen­den Tages, und am Wochen­en­de von 0.00 Uhr bis 3.00 Uhr des fol­gen­den Tages. 

Die Kos­ten für das Län­der­ti­cket hän­gen vom jewei­li­gen Bun­des­land ab. Doch das Sys­tem ist in vie­len Regio­nen sehr ähn­lich. So zahlt der Haupt­fahr­gast ca. 20 bis 27 Euro (der durch­schnitt­li­che Preis für das Län­der­ti­cket), die Begleit­per­so­nen zah­len jeweils einen bestimm­ten Bei­trag drauf. Es kön­nen maxi­mal fünf Per­so­nen zusam­men mit einem Län­der­ti­cket unter­wegs sein. 

Plant man eine Rei­se quer durch die Bun­des­re­pu­blik, so emp­fiehlt sich das gleich­na­mi­ge „Quer-durchs-Land-Ticket“. Sei­ne Gül­tig­keit erstreckt sich auf ganz Deutschland. 

Mitnahme von Fahrgästen

Der Ser­vice Bla­Bla­Car bie­tet wei­te­re Mög­lich­kei­ten zum Geld­spa­ren beim Rei­sen. Auf der Home­page kann man über die Such­funk­ti­on die Stadt aus­wäh­len, die man besu­chen möch­te — oder wo man selbst hin­fah­ren will, und so als Mit­fahr­ge­le­gen­heit güns­tig ans Ziel kom­men, oder Fahr­gäs­te mit­neh­men, die sich an den Fahrt­kos­ten betei­li­gen. Meis­tens nut­zen jun­ge Men­schen die­sen Service. 

Günstiges Essen

Möch­te man lie­ber am Essen spa­ren, soll­ten Cafés und Restau­rants gleich aus­ge­schlos­sen wer­den. Ver­hun­gern muss man des­we­gen aber noch lan­ge nicht: Super­märk­te wie REWE, Aldi, Net­to und Lidl bie­ten eine Viel­falt am Essen-to-go, wie etwa Bröt­chen, Sand­wi­ches, Käse und Wurst­auf­schnitt, Sala­te, Früch­te und Obst. 

In Deutsch­land fin­det man über­all fri­sche und lecke­re Lebens­mit­tel, aller­dings soll­te bedacht wer­den, dass die Super­märk­te am Sonn­tag geschlos­sen haben. 

Eine wei­te­re güns­ti­ge Essens­mög­lich­keit bie­ten die Uni­ver­si­täts-Kan­ti­nen. Dort kann man oft als Gast zu einem guten Preis zu Mit­tag essen. In der Regel kann jeder das Uni­ver­si­täts-Ter­ri­to­ri­um betre­ten — in der Coro­na-Zeit sind jedoch Ein­schrän­kun­gen möglich. 

Welche Stadt passt zu mir?

Jeder Mensch hat sei­ne eige­nen Inter­es­sen, wenn er eine Stadt­rei­se unter­nimmt. Man­che zie­hen es vor, die Muse­en und Sehens­wür­dig­kei­ten zu besich­ti­gen, ande­re bevor­zu­gen Shop­ping und Ein­kauf von Sou­ve­nirs, eini­ge wol­len lie­ber Street-Food-Fes­ti­vals und Nacht­clubs besuchen.

Ent­spre­chend sei­nen Vor­lie­ben, soll­te auch das Rei­se­ziel gewählt wer­den. Wer moder­ne Kaf­fee­häu­ser besu­chen möch­te, soll­te sich für Ham­burg oder Ber­lin ent­schei­den. Wer eher auf städ­ti­sche Roman­tik steht, für den kom­men eher Dres­den und Ber­lin in Fra­ge. Bevor man sich für eine Stadt ent­schei­det, soll­te man sich über die Unter­neh­mungs­mög­lich­kei­ten dort informieren. 

Übernachtungsmöglichkeiten

Wenn Sie nicht gera­de in einem Zelt über­nach­ten möch­ten, soll­ten Sie sich im Vor­feld um eine Unter­kunft küm­mern. Das Über­nach­tungs­sys­tem ist in Deutsch­land sehr gut ent­wi­ckelt: Es exis­tiert eine Rei­he von güns­ti­gen Hotels und Hos­tels, doch in gro­ßen Städ­ten kann es da schnell zu Eng­päs­sen kommen. 

Güns­ti­ge Alter­na­ti­ven bie­ten der Ser­vice Airbnb oder das kos­ten­lo­se Couch­sur­fing. Dabei kann man pri­vat über­nach­ten und zudem Men­schen aus der Regi­on ken­nen­ler­nen. Sehr oft bie­ten beson­ders net­te Gast­ge­ber von Couch­sur­fing auch noch kos­ten­lo­se Füh­run­gen durch die Stadt an. So kann man sich eben­falls Geld einsparen. 

Kostenlose Museen

Was kos­ten­lo­se Muse­en betrifft, so liegt Ber­lin mit sei­nem Ange­bot ganz vorn. Die meis­ten Muse­en der Haupt­stadt bie­ten für Tou­ris­ten kos­ten­lo­sen Ein­tritt. Zum Bei­spiel kann man eine kos­ten­lo­se Füh­rung in deut­scher, rus­si­scher oder eng­li­scher Spra­che durch den Reichs­tag buchen. Ein sehens­wer­tes Muse­um, das eben­falls kos­ten­los besucht wer­den kann, ist das ehe­ma­li­ge Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Sach­sen­hau­sen, das sich außer­halb von Ber­lin befindet. 

Vie­le Städ­te bie­ten ihren Gäs­ten sowie den Stadt­be­woh­nern regel­mä­ßig kos­ten­lo­se Ver­an­stal­tun­gen, zum Bei­spiel Kon­zer­te oder Thea­ter­auf­füh­run­gen, an. Einen Über­blick über das Ver­an­stal­tungs­an­ge­bot fin­det man für Mün­chen auf der Home­page www.kulturlotse.de und für Ber­lin www.gratis-in-berlin.de

Mit den oben­ge­nann­ten Tipps kann man unter­wegs eini­ges an Geld spa­ren und gleich­zei­tig sei­ne Rei­se in vol­len Zügen genießen. 

von Iri­na Isatschenko 
(aus dem Rus­si­schen über­setzt und bear­bei­tet von Ari­na Lerke) 

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Titelbild: Brandenburger Tor: www.pixabay.com

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