Am 1. Mai gab John Aaron Ramos auf Facebook bekannt, dass er zwei Häuser gekauft habe, ausschließlich mit dem Geld, das er mit einem Online-Spiel verdient hatte. Nun möchten viele Phillipiner mit (AXS) das erreichen was der 22-Jährige gemacht hat.

Philippinen möchten Axie Infinity - Spieler besteuern

Ab der Grün­dung im Jahr 2018 bis zum 1. Juli des Jah­res 2021 hat Axie Infi­ni­ty laut Bloom­berg rund 21 Mil­lio­nen USD Umsatz für sei­nen Ent­wick­ler Sky Mavis ein­ge­bracht. Zwi­schen Juli und August des Jah­res 2021 stieg die­se Zahl fast um das „23fache” auf 485 Mil­lio­nen USD. Laut Anga­ben von Cryp­toS­lam wur­den durch den Han­del mit Axie-Token Trans­ak­tio­nen im Wert von mehr als 2 Mil­li­ar­den USD generiert. 

Ramos ist weder ein bekann­ter E‑Sportler mit groß­zü­gi­gen Spon­so­rings noch ein Twitch-Strea­mer. Er begeis­ter­te sich für das Spie­len auf der Web­site Axie Infi­ni­ty mit dem man Geld ver­die­nen kann, dass zwi­schen Poké­mon Go und einem NFT-Markt ähnelt. Bei dem Spiel kämp­fen Spie­ler mit bun­ten Krea­tu­ren um Beloh­nun­gen, die in Bar­geld umge­wan­delt wer­den können. 

In einem Bei­trag teil­te Ramos Sel­fies sei­nes neu­en Zuhau­ses und dank­te Axie Infi­ni­ty dafür, dass sie alles mög­lich gemacht haben. Auf einem ande­ren Foto posier­te er mit der Eigen­tums­ur­kun­de. „Ich habe an die Fähig­keit von AXIE geglaubt“, schrieb er in einer Mischung aus Phil­ip­pi­nisch und Eng­lisch. „Ich hat­te SLP (eine Spiel­wäh­rung). Ich habe auf den Trend der AXIE Com­mu­ni­ty geach­tet. Ich habe recherchiert.“ 

Laut vie­len Stim­men in der Gemein­de, ist es auch einem ande­ren Publi­kum auf­ge­fal­len: dem phil­ip­pi­ni­schen Bureau of Inter­nal Reve­nue (BIR). Im August 2021 gab das BIR bekannt, dass sich Axie Infi­ni­ty-Spie­ler regis­trie­ren müs­sen, um Steu­ern zu bezah­len. Eine Ankün­di­gung, die bei den Spie­lern, die ihre Teams ver­wal­ten und ihre Ein­nah­men somit kür­zen, auf Ver­wir­rung und Betrof­fen­heit gesto­ßen ist. Das Finanz­mi­nis­te­ri­um der Phil­ip­pi­nen erklär­te, dass Spie­ler des belieb­ten Online-Spiels Axie Infi­ni­ty, das für sein Play-to-Earn-Spiel­mo­dell bekannt dafür ist, beim Spie­len Geld zu ver­die­nen, auch die Ein­kom­mens­steu­ern zah­len müs­sen. Die phil­ip­pi­ni­sche Finanz­staats­se­kre­tä­rin Anto­net­te Tion­ko gab die Erklä­rung ab und stell­te klar, dass alle Gewin­ne, die durch Play-to-Earn-Spie­le erzielt wer­den, der Ein­kom­men­steu­er unter­lie­gen. Sie sag­te: „Wer damit Geld ver­dient, erhält Ein­kom­men — und das soll­te man melden.“

In den letz­ten Mona­ten ist die Popu­la­ri­tät des Spiels explo­diert, ins­be­son­de­re auf den Phil­ip­pi­nen, wo heu­te etwa 40% der Spie­ler ansäs­sig sind. Obwohl nicht alle von ihnen das glei­che Ver­mö­gen wie Ramos geprägt haben, schrie­ben vie­le dar­über, dass sie das Mehr­fa­che ihres übli­chen Monats­ge­halts ver­die­nen oder wie sie mit dem zusätz­li­chen Geld für ande­re sor­gen können. 

Mit der zuneh­men­den Bekannt­heit des Spiels ist auch das Bestre­ben der phil­ip­pi­ni­schen Regie­rung gestie­gen, ein Pro­blem anzu­ge­hen, das Beam­te welt­weit plagt: die Besteue­rung neu­er For­men des Online-Einkommens. 

Die phil­ip­pi­ni­sche Regie­rung kon­zen­triert sich auf zwei For­men des Online-Ver­die­nens: die Influ­en­cer-Bran­che und Ein­nah­men, die durch Play-to-Earn-Spie­le wie Axie erzielt wer­den. Ohne einem inter­na­tio­na­len Bei­spiel zu fol­gen, ver­su­chen phil­ip­pi­ni­sche Spie­ler, Mana­ger und Bera­ter nun her­aus­zu­fin­den, wie ein Steu­er­sys­tem durch­ge­setzt wer­den kann. Nun wird getes­tet, ob die­se Art von Ein­kom­men, das durch meh­re­re win­zi­ge Trans­ak­tio­nen im Spiel fließt und oft von Leu­ten außer­halb des Steu­er­sys­tems ver­dient wird, wirk­lich in den Main­stream ein­tre­ten kann.

Wäh­rend Anto­net­te Tion­ko behaup­te­te, dass Gewin­ne aus Spie­len „der Ein­kom­men­steu­er unter­lie­gen“, gab sie zu, dass der Gesetz­ge­ber noch nicht klas­si­fi­zie­ren muss, ob Axies In-Game-NFTs oder nati­ve Token Smooth Love Poti­on (SLP) sowie Axie Infi­ni­ty Shards (AXS) als Wert­pa­pie­re oder Wäh­run­gen gel­ten. Die Finanz­staats­se­kre­tä­rin füg­te hin­zu, dass die in Axie Infi­ni­ty ver­dien­te Kryp­to­wäh­rung steu­er­pflich­tig sei, obwohl die Regie­rung noch einen Mecha­nis­mus zur Bestim­mung des Betrags und zur tat­säch­li­chen Erhe­bung von Steu­ern aus die­sen digi­ta­len Ver­mö­gens­wer­ten ein­ge­rich­tet habe.

Bis Anfang August 2021 hat­te Axie Infi­ni­ty mehr als eine Mil­li­on Spie­ler ange­zo­gen. Inspi­riert von Poké­mon, lässt Axie Infi­ni­ty die Spie­ler mit NFT-Ani­me-Mons­tern namens Axies kämp­fen. Wenn sie gewin­nen, ver­die­nen sie SLP-Token, die sie dann in Fiat-Wäh­rung ein­tau­schen kön­nen. Spie­ler kön­nen ihre Axies auch auf NFT-Markt­plät­zen ver­kau­fen. Welt­weit zählt man fast eine hal­be Mil­li­on täg­li­che akti­ve User. Mehr als 60 % davon befin­den sich auf den Phil­ip­pi­nen, schrieb Leah Cal­lon-But­ler, Direk­to­rin des Bera­tungs­un­ter­neh­mens Emfar­sis, im Juli auf CoinDesk.

Als Reak­ti­on auf die Aus­sa­gen der Auf­sichts­be­hör­den sag­te Alek­san­der Leo­nard Lar­sen, Mit­be­grün­der und COO von Sky Mavis, in einer Nach­richt gegen­über Coin­Desk, dass „Axie Infi­ni­ty weder SLP ver­kauft noch Liqui­di­tät auf dem Markt bereit­stellt“, und dass die Token nur durch Spie­len ver­dient wer­den oder von ande­ren Spie­lern erwor­ben. „Man­che Leu­te grün­den Sti­pen­di­en oder Unter­neh­men und stel­len dann ande­re Spie­ler ein, um für sie zu arbei­ten”, sag­te Lar­sen. Der Preis des Axie Infi­ni­ty-Tokens ist von rund 5 USD Ende Juli auf momen­tan über 70 USD gestiegen.

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Titelbild: shutterstock.com

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