In Zukunft können Steuern und Bußgelder in Panama mit Kryptowährungen beglichen werden. Doch Kritiker befürchten: Das Ansehen Panamas als Finanzplatz kann darunter weiter leiden.

Panama billigt ein neues Krypto-Gesetz фото 1

Mit gro­ßer Mehr­heit hat Pana­mas Natio­nal­ver­samm­lung zum Wochen­schluss einen Geset­zes­vor­schlag zur Regu­lie­rung der Nut­zung und Kom­mer­zia­li­sie­rung von Kryp­to-Assets abge­seg­net. Mit dem neu­en Gesetz wird die Mög­lich­keit der pri­va­ten und öffent­li­chen Nut­zung von Kryp­to­as­sets ermöglicht.

Der Gesetz­ent­wurf regu­liert den Han­del und die Ver­wen­dung von Kryp­to-Assets, die Aus­stel­lung von digi­ta­len Wert­pa­pie­ren, neu­ar­ti­ge Zah­lungs­sys­te­me sowie die Toke­ni­sie­rung von Edel­me­tal­len oder Immo­bi­li­en. Token sind eine digi­ta­li­sier­te Form von phy­si­schen Ver­mö­gens­wer­ten. Dem­zu­fol­ge kön­nen Pana­ma­er Kryp­to-Assets auch als Zah­lungs­mit­tel für alle zivi­len oder kom­mer­zi­el­len Trans­ak­tio­nen ver­wen­den. Mit ihnen las­sen sich unter ande­rem Steu­ern bezah­len oder ande­re Dienst­leis­tun­gen erbrin­gen, sofern sie nicht durch die Geset­ze des Lan­des aus­ge­schlos­sen sind. So kön­nen künf­tig bei­spiels­wei­se auch Steu­ern mit Kryp­to­wäh­run­gen gezahlt werden.

Die Auswirkungen sind noch unklar

Finanz­fach­leu­te sind besorgt, weil das Gesetz zum zwei­fel­haf­ten Ruf Pana­mas als Finanz­zen­trum bei­tra­gen könn­te. Schließ­lich ist das mit­tel­ame­ri­ka­ni­sche Land als Kno­ten­punkt für Off­shore-Finanz­dienst­leis­tun­gen welt­be­kannt. Schon jetzt steht Pana­ma auf der Lis­te von Steu­er­oa­sen in der Euro­päi­schen Uni­on. Nach Mei­nung von Romain Dro­mard, Geschäfts­füh­rer der Finanz­be­ra­tungs­fir­ma K&B Fami­ly Office, wird das Gesetz über Kryp­to­wäh­run­gen nicht dazu bei­tra­gen, das Land zu mehr Trans­pa­renz zu bewegen.

Für­spre­cher des Geset­zes erklä­ren, dass dadurch Men­schen ohne Bank­kon­to einen ein­fa­che­ren Zugang zu Finanz­dienst­leis­tun­gen bekom­men. Ledig­lich einer von vier Pana­me­sen ist im Besitz eines Bank­kon­tos. Das Gesetz könn­te auch zu einer Redu­zie­rung der Hür­den für die Nut­zung von Kryp­to­wäh­run­gen durch die Ban­ken füh­ren, mei­nen einige.

Nach Ansicht von Dro­mard hin­ge­gen ist die Rol­le der Ban­ken im Rah­men der neu­en Vor­schrif­ten unklar. Er rech­net damit, dass tra­di­tio­nel­le Insti­tu­tio­nen Jah­re für die Benut­zung von Kryp­to-Assets brau­chen könn­ten. Außer­dem sei­en klei­ne und mitt­le­re Unter­neh­men nicht imstan­de, auf der­ar­ti­ge hoch­vo­la­ti­le Ver­mö­gens­wer­te zu set­zen, erklärt er.

Panama billigt ein neues Krypto-Gesetz фото 2

El Salvador als Impulsgeber

In Pana­ma nahm die Geset­zes­in­itia­ti­ve an Fahrt auf, als im Sep­tem­ber letz­ten Jah­res El Sal­va­dor als welt­weit ers­tes Land den Bit­coin als offi­zi­el­les Zah­lungs­mit­tel ein­führ­te. Aller­dings gibt es immer wider­keh­ren­de Pro­tes­te in der Bevöl­ke­rung gegen Prä­si­dent Nayib Buke­le und des­sen Bit­coin-Gesetz. Erst Ende Janu­ar wur­de El Sal­va­dor vom Inter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds (IWF) dazu auf­ge­for­dert, Bit­coin als Zah­lungs­mit­tel fal­len zu las­sen. Die Ver­wen­dung von Bit­coin ber­ge zu vie­le Risi­ken — hin­sicht­lich der finan­zi­el­len Sta­bi­li­tät, der finan­zi­el­len Inte­gri­tät sowie des Ver­brau­cher­schut­zes eben­so wie hin­sicht­lich der damit ein­her­ge­hen­den unge­wis­sen Steu­er­ver­bind­lich­kei­ten. Die Ver­hand­lun­gen zwi­schen El Sal­va­dor und dem IWF über ein Kre­dit­pa­ket in Höhe von 1,3 Mil­li­ar­den US-Dol­lar sind bereits seit eini­ger Zeit im Gange.

Quel­le: www.heise.de

121
Titelbild: www.shutterstock.com

Lesen Sie auch: