Kryptoprojekte, die gerade erst auf den Markt kommen, sind oft betrügerisch. Der Ersteller verkauft die Token und nimmt das gesamte Geld für sich selbst. Wie läuft der Betrug ab und wie kann man sich schützen?

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Neue Kryp­to­pro­jek­te bie­ten die Mög­lich­keit, durch den Kauf von Token in Vor­ver­käu­fen Geld zu ver­die­nen. Es ist jedoch nicht unge­wöhn­lich, dass ein neu gestar­te­tes Kryp­to-Pro­jekt betro­gen wird. Und vie­le Nut­zer, die in den Token des Pro­jekts inves­tiert haben, ste­hen vor dem Nichts. Was pas­siert und was zu tun ist, wenn der Erstel­ler des Pro­jekts alle Gel­der mit­nimmt und den Markt verlässt.

Kryptoprojekte: Ein klassisches Täuschungsmanöver

Die­ses Sys­tem ist ein klas­si­scher Betrug in der Kryp­to­in­dus­trie. Eine Grup­pe von Per­so­nen erstellt ein gefälsch­tes Pro­jekt, um finan­zi­el­len Gewinn zu erzie­len. Sie erläu­tern die Funk­ti­ons­wei­se des Pro­jekts, den Token und das, was er bie­ten kann. Sie fäl­schen Lizen­zen und schrei­ben eine schö­ne Geschich­te und eine Road­map für die Zukunft. Nor­ma­ler­wei­se wird ein sol­ches Pro­jekt in der Kryp­to­wäh­rungs­ge­mein­schaft stark beworben.

Nach all die­sen Maß­nah­men weckt das Pro­jekt Inter­es­se und geht mit einem ICO oder IDO an die Bör­se. Mit ande­ren Wor­ten: Es eröff­net einen Token-Vor­ver­kauf sei­nes Pro­jekts mit einem bestimm­ten Start­preis. Leu­te, die davon aus­ge­hen, dass sie die Token zu einem güns­ti­gen Preis aus dem Vor­ver­kauf kau­fen und dann zu einem viel höhe­ren Preis an der Bör­se ver­kau­fen kön­nen, ver­su­chen, die Token zu kaufen.

Nur dass sol­che Pro­jek­te nicht vor­an­kom­men wer­den. Sie zie­hen den erfor­der­li­chen Betrag ein und schlie­ßen das Pro­jekt ein­fach ab.

Was macht man mit den Tokens?

Kryptoprojekte und ihre Token. Foto: Ferhat Deniz Fors / Unsplash.com

Nach einer sol­chen Mani­pu­la­ti­on durch den Pro­jekt­lei­ter blei­ben die Men­schen mit einem Berg von Wert­mar­ken zurück. Nur will nie­mand all die­se Token haben, weil das Pro­jekt, das sie unter­stützt und für das sie geschaf­fen wur­den, nicht mehr existiert.

Das Ergeb­nis ist, dass der Preis die­ses Tokens (wenn er Zeit hat, an der Bör­se notiert zu wer­den) buch­stäb­lich auf Null sinkt. Und ist ein Hun­derts­tel eines Cents wert. Dies geschieht, weil die Per­so­nen, die die­se Token ver­kauft haben, die gesam­te Liqui­di­tät für sich selbst in Anspruch genom­men haben. Und die Pro­jekt­mün­zen haben in der Gesell­schaft ein­fach kei­nen Wert mehr. Jeder will sie sofort ver­kau­fen, und es gibt ein­fach kei­ne Käufer.

Kryptoprojekte: Preisverfall bei Token durch falsche Strategie

Neben der ers­ten Opti­on besteht auch die Mög­lich­keit, dass das Pro­jekt ein­fach für nie­man­den von Inter­es­se ist. Gemeint ist damit, dass es kei­nen Betrug sei­tens der Erstel­ler geben wird. Der Preis des Tokens an der Bör­se wird jedoch wei­ter­hin all­mäh­lich auf Null sinken.

Das pas­siert, wenn die Tokeno­mik und das Sys­tem des Pro­jekts sehr schlecht durch­dacht sind. Die Ent­wick­ler haben vie­le Fak­to­ren nicht berück­sich­tigt und die fal­sche Ent­wick­lungs­stra­te­gie gewählt. Dies hat zur Fol­ge, dass die Nut­zer, die den Token zuerst gekauft haben, sofort damit begin­nen, ihn zu “lee­ren”. Ganz ein­fach, weil sie dar­in kei­ne Zukunft sehen. Der Preis beginnt all­mäh­lich zu fal­len, und es kommt zu einer Ket­ten­re­ak­ti­on. Das Ergeb­nis ist jedoch genau das­sel­be wie im vor­he­ri­gen Fall.

So schützt man sich vor Betrug!

Es gibt eigent­lich nur einen ein­zi­gen Rat­schlag: Ana­ly­sie­ren Sie alle Pro­jek­te, die Sie ein­rei­chen wol­len. Nie­mand ist zu 100 % gegen einen Betrug gefeit. Vor allem bei Kryp­to­wäh­run­gen. Sie müs­sen dar­auf vor­be­rei­tet sein, dass das Pro­jekt schei­tern kann und ein Risi­ko­ma­nage­ment betrei­ben. Kau­fen Sie zum Bei­spiel nicht einen Token mit dem größ­ten Teil Ihrer Mittel.

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Titelbild: Azamat E / Unsplash.com

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